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Casablanca

Hallo meine lieben Leser!

Heute versuche ich meine Klassiker-Sparte einbisschen aufzufüllen. Daher schreibe ich über den wohl klassischsten aller Klassiker. Dieser Film ist ebenfalls auf einer der ersten DVDs, die ich mir zugelegt habe, wie hätte ich auch nicht gekonnt!

Was ich in Erfahrung gebracht habe, ist unter anderem folgendes: Der Kinostart dieses Film es war exakt am 29. August 1952. In diesem Jahr war ich genau -33 Jahre alt.

Zeitlose Hauptdarsteller in einer verzweifelten SItuation waren Humphrey Bogart als Richard Blaine und Ingrid Bergman als Ilsa Lund. Noch nie und nie wieder wird dieser Name so bezaubernd sein.

Der Film wurde innerhalb von 50 Tagen abgedreht, im Sommer 1942 in den Hollywoodstudios. Unglaublich, aber wahr, ist, dass die Uraufführung immerwieder verschoben wurde, weil niemand dachte, dass der Film ein kommerzieller Erfolg werden würde. Der späte Kinostart, den ich oben aufgeführt habe, ist der Start in den deutschen Kinos, 10 Jahre nach der eigentlichen Premiere in den USA. Die deutsche Fassung war um 24 Minuten gekürzt und komplett verfälscht worden. Der wichtige Widerstandskämpfer Victor Laszlo wurde ein norwegischer Atomphysiker und der NS Major Strasser wurde komplett herausgetrichen. Das deutsche Publikum bekam den Originalfilm neu synchronisiert erst in den 70ern zu Gesicht!

Seit ich den Film als Teenager wiedergesehen habe, ist Ingrid Bergman für mich zur unsterblichen Ilsa verschmolzen und hat meiner Meinung nach nie wieder so gut geschauspielert. Es ist bis zum Schluss absolut unklar, was passieren wird. Alles wäre möglich. Noch dazu, wenn man von der eigentlichen Liebesgeschichte bzw. dem Liebesdrama ausgeht. Man hofft, dass Rick mit Ilsa für immer zusammen bleibt und verdrängt leicht den Gedanken, dass sie in Casablanca eher früher als später zutode kommen würden. Als Frau sehe ich mir den Film an und hoffe natürlich nie auf so einen Mann zu treffen oder jemals einen Mann durch meine entzogene Liebe zu einem "Rick" werden zu lassen.

Jedesmal, wenn die Lobgesänge der NS-Männer ertönen und dann Viktor Laszlo die Kappelle in Rick's Café auffordert, "La Marsellaise" zu spielen, rührt es mich zu Tränen. Es ist fast unmöglich, sich vorzustellen, dass dieser Film den Krieg als großes Element miteinbezieht, während er doch in vollem Gange ist mit Schauspielern, die sogar aus Europa geflohen sind, um dem Nazi-Regime zu entfliehen. Ich denke, sie waren sich wohl alle ziemlich unsicher und sich unsicher seines Lebens und seiner Zukunft zu sein, wer kann sich sowas vorstellen?

Ebenfalls ein zeitloser Teil des Filmes ist die Musik. Bzw. das eine Lied, das den Ton angibt. "As time goes by." Da muss sich doch wohl jeder an irgendein Lied erinnert fühlen, das er nicht hören will, weil es ihn an jemanden erinnert. So romantisch dieses Lied auch ist, so ernst ist es auch zu nehmen. Es zeigt das fiktive Schicksal zweier Liebenden im Krieg, das es so bestimmt auch schon gegeben hat.

Dass der Ort Casablanca einmal tatsächlich Dreh- und Angelpunkt für viele Menschen der Kriegszeit war, finde ich sehr fesselnd. Der Krieg hat dort viele Menschen zum Stranden gezwungen und sie konnten nichts dagegen tun. Auch wenn alle nur schauen, dass sie selbst weiterkommen und egoistisch sind. Ob reich oder arm, dort macht es keinen Unterschied, denn sie wollen alle dasselbe, vor den Verfolgern fliehen, was sie alle wiederum verbindet. Dieser Gedanke macht den Film für mich zeitlos. Das Spiel der Hauptdarsteller macht ihn zu einem unvergesslichen Liebesdrama. Und eine Männerfreundschaft entspringt auch noch zum Schluss:-)

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