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Ist das Leben nicht schön?

Frohen 1. Weihnachtstag!

Ich weiß, ich habe lange nichts mehr geschrieben. Aber das hat einen guten Grund, irgendwie gab es keinen Anlass dafür. Ich war zwar regelmäßig im Kino und habe mir alle neuen Filme angeschaut, doch irgendwie kam kein Drang auf, darüber schreiben zu wollen.

Daher habe ich einfach auf die Weihnachtszeit gewartet und mir gedacht, ich schreibe über Klassiker und neue Weihnachtsfilme.

Gestern, an Heiligabend, habe ich mich vermutlich wie viele Menschen auf diesem Planeten mit Leckereien vollgestopft und es mir gut gehen lassen. Ca. 5000 gefühlten Kalorien später wollte ich mich eigentlich nur ins Bett legen, doch dann sah ich, dass um 0:50 Uhr DER beste Weihnachtsfilm aller Zeiten gesendet werden sollte.

Ist das Leben nicht schön? - It's a wonderful life.

Jedes Jahr an Weihnachten ist er ein Klassiker zu Heiligabend. Zu meiner Überraschung habe ich aber bemerkt, dass viele Menschen diesen Film noch nie gesehen haben. Also eine eilige Empfehlung an diejenigen - natürlich ist der Film zu jeder Jahreszeit ein M-U-S-S!!!!!! Der Film ist genau vor 63 Jahren gedreht worden. Im Jahre 1946 ist er in den USA erschienen (in Deutschland erst 1961!) und eine Tragikkomödie von Frank Capra, mit dem legendären James Steward als Hauptdarsteller, neben Donna Reed als seine Ehefrau Mary. Erstaunlicherweise kam der Film erst in den Siebzigern zu Ruhm und zur Anerkennung. In den Kinos war er ein Flop. Er ist auf Platz 2 gelandet, unter den besten Filmen aller Zeiten, die keinen Oscar erhalten haben. 5 Nominierungen hat er doch bekommen, für Besten Film, Besten Hauptdarsteller, Besten Schnitt, Besten Regisseur und Besten Sound.

Die Geschichte beginnt mit einer Aufnahme durch die kleine verschneite Stadt namens Bedford Falls. Man hört lauter Gebete, in denen ein gewisser George Bailey bedacht wird. Daraufhin unterhalten sich zwei Galaxien darüber, dass viele Menschen sich sehr um diesen Mann sorgen und beschließen, einen Engel zu ihm herunterzuschicken, es ist Heiligabend.  Tatsächlich wird der Engel Clarence (E.Z.K. ein Engel zweiter Klasse, ohne Flügel) zu ihm herab geschickt, um ihm davon abzubringen, sich an Heiligabend das Leben nehmen zu wollen. Um das zu schaffen, wird dem Engel und dem Zuschauer das Leben von George Bailey veranschaulicht, dann beginnt die eigentliche Geschichte.

George Bailey ist, genau wie sein Vater, ein herzensguter, doch auch von gesundem Egoismus geprägter Junge, der beim ersten Hinsehen ein normales Leben führt. Er rettet seinem Bruder in der Kindheit das Leben, als er ihn aus einem Teich rettet, in den er im Winter eingebrochen ist. Daraufhin wird er auf einem Ohr taub. Scheinbar nicht gerade außergewöhnliche Dinge passieren ihm immer wieder. Als der Sohn seines Chefs, einem Apotheker, an einer Lungenentzündung stirbt, ist dieser tief bestürzt und unaufmerksam. George Bailey bemerkt, dass er anstelle eines Medikaments gegen Diphterie Gift einem seiner Kunden einpackt und hält ihn davon ab.

Nach und nach bemerkt man (mit Mitgefühl und Mitleid), dass George Bailey alle seine großen Träume nicht verwirklichen kann, aufgrund von tragischen und ganz normalen Lebensumständen. Er kann seine geplante Weltreise nicht antreten, da sein Vater plötzlich verstirbt und er seine Firma, die "Building and Loan" übernehmen muss, welche ansonsten Konkurs anmelden müsste.

Er verzichtet auf den Collegebesuch und lässt stattdessen seinen Bruder gehen, der nach 4 Jahren seine Stelle in der Firma übernehmen soll. Doch auch dies klappt nicht, da der Bruder heiratet und sich in der Firma seines Schwiegervaters verpflichtet.

Sogar als er seine Jugendfreundin Mary heiratet und sie mit 2000 Dollar in die Flitterwochen gehen wollen, kommt etwas dazwischen. Die Building and Loan befindet sich am Rande des Kollaps und der "Bösewicht" des Films, Henry F. Potter , dem praktisch die ganze Stadt gehört, außer George Baileys Firma bietet Georges Kunden 50 Cents auf jeden Dollar an, den sie angelegt haben. Dadurch müssen die beiden ihr Geld den Kunden der Firma zur Verfügung stellen, damit diese nicht zu Henry Potter gehen.

Als der zweite Weltkrieg ausbricht, wird George aufgrund seines tauben Ohres nicht eingezogen, sein Bruder jedoch schon. Dieser wird erfolgreicher Kampfpilot und mit der Congressional Medal of Honor geehrt, weil er 15 Feinde abgeschossen hat.

An Heiligabend 1946 passiert das größte Unglück. Der einwenig schusselige Onkel Billy Bailey verlegt 8000 Dollar, welche er für die Building and Loan zur Bank bringen sollte. Diese fallen in die Hände des habgierigen und sowieso schon reichen Henry Potters. Ausgerechnet an diesem Tag steht der Finanzprüfer ins Haus der Firma und George Bailey ist völlig verzweifelt. Er bittet sogar Potter um Hilfe, doch dieser verzieht keine Miene und macht ihm nur klar, dass er lange Zeit wegen Veruntreuung ins Gefängnis gehen wird.

 Daraufhin entscheidet sich George Bailey sich das Leben zu nehmen. Es erscheint sein Schutzengel Clarence, der aus dem Nichts von einer Brücke springt, damit George ihm das Leben rettet. Dies geschieht und er klärt George auf, dass er wegen ihm auf die Erde geschickt wurde. Natürlich glaubt ihm George kein Wort, sodass drastische Maßnahmen her müssen.

George Bailey bekommt seinen Wunsch erfüllt, nie geboren worden zu sein, was dramatische Konsequenzen nach sich zieht. Bedford Falls verwandelt sich in Pottersville, einer Stadt voller zwielichter Bars und Spielhöllen, mit verbitterten, wütenden Menschen. Es wird ihm aufgezeigt, dass sein Leben bedeutsam ist, auch wenn er sich Zeit seines Lebens wie ein Versager gefühlt hat. Sein Bruder ist im Alter von 9 Jahren gestorben, da George ihn nicht retten konnte. Er hat keine Soldaten retten können aufgrund dessen und keine Medal of Honor bekommen. Seine Kinder existieren nicht und seine Frau ist eine alte Jungfer.

Am Ende fleht George Gott und Clarence an, ihm sein Leben zurückzugeben. Dies geschieht und er rennt nach Hause, mit neuer Wertschätzung und Lebensmut. Er grüßt jeden den er kennt und wünscht fröhliche Weihnachten. Zuhause angekommen schließt er seine Kinder in die Arme und ist dankbar, in einem zügigen, undichten Haus zu leben. Das Happy End ist vollendet, wenn alle seine Freunde erscheinen, denen er so oft ausgeholfen hat, und sie ihm die Summe spenden, die sein Onkel verloren hat. Sein Bruder ist so schnell er konnte zu ihm gefahren und spricht einen Toast auf George aus, auf den reichsten Mann der Stadt. George wird klar, dass er bedeutsame, wichtige Dinge in seinem Leben vollbracht hat und das Leben schön ist.

Die Geschichte enthält viel Wahrheit und ist auch idealistisch. Jeder wäre gerne einbisschen wie George Bailey, ein grundguter Mensch. Er berührt jeden und genauso soll der Film auch wirken. Dies schafft er ohne kitschig zu sein oder Klischees zu erfüllen. Jede Darstellung ist echt und hautnah nachzufühlen. Wer bei diesem Film keine feuchte Augen bekommt, der ist ein kalter und herzloser Mensch! Genießt noch den morgigen Feiertag, an dem ich wieder einen Beitrag über einen Weihnachtsfilm veröffentlichen werde.

Ganz unter uns: Hier könnt ihr die farbige Version auf englisch online ansehen:
http://www.youtube.com/watch?v=fswUz3FDEao&feature=related

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