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Vincent will meer

Habe mal wieder meinem örtlichen Kino einen Besuch abgestattet. Zum
vorletzten Mal mit meiner Kinopartnerin an meiner Seite. Sie zieht zum
01.06. für einen Job weg :( ... Eine Ära neigt sich dem Ende zu.
Natürlich werde ich weiterhin fleißig schreiben und schauen, schauen und
schreiben. Dann wohl öfter alleine...

Zurück zum Wesentlichen.

Vincent will meer... Eher ein schwacher, fast
kitschiger Titel. Natürlich will er ans Meer, doch das bedeutet eben auch,
dass er mehr will, mehr vom Leben, mehr als nur der am Tourette - Syndrom
leidende 27-jährige Mann, der seine Mutter verloren hat. Hier ist der
Ausgangspunkt der Geschichte, geschrieben von Florian David Fitz welcher
auch mal gleich die Titelrolle und dessen Performance übernimmt. Der Titel
lässt mehr Kitsch als Recht vermuten, doch damit liegt der Zuschauer
falsch.

Zwar entfaltet sich eine ziemlich deprimierende Storyline über den
Zuschauern, doch diese ist zum größten Teil authentisch und geht unter die
Haut. Sie spielt vielleicht einbisschen mit den Vorteilen und
Situationsmöglichkeiten der drei schrägen Charakteren, die hier aufeinander
treffen (und das noch à la Roadmovie). Es gibt viele Tragikkomödien, die
jedoch so funktionieren und zugleich unterhalten.

Vincent schlägt sich seit der Kindheit mit dem Tourett - Syndrom durchs
Leben. Bis jetzt hat sich nur seine Mutter für ihn interessiert, sein Vater(gespielt von Heino Ferch)
ist Politiker (einer nicht erwähnten Partei). Dieser nimmt sich (zu seinem
Verdruss) Vincents an und steckt ihn sogleich in eine Art Heim... für
Problemfälle, sagen wir mal. Dort trifft er auf Marie (Karoline Herfurth),
magersüchtig und daher nicht gerade die Lebensfreude in Person. Sein
Zimmergenosse Alexander (Johannes Allmayer) leidet unter einer
Zwangsneurose.

Hier beginnt die Komik, die Tragik und die Dynamik des Filmes. Die drei
machen sich auf, die Asche von Vincents Mutter ans Meer zu bringen, ihr
letzter Wunsch war es nämlich, nach San Vincente zu fahren, dem Ort, an dem
sie das letzte Mal so richtig glücklich war. Leider war ihm das aufgrund
seiner Erkrankung natürlich vorher nicht möglich. Das Autofahren ist
schlicht nicht möglich. Ein Punkt, der etwas unglaubwürdig daherkommt. Ein
erwachsener Mann, der erst jetzt "behandelt" wird und sein Leben lang schon
erkrankt ist. Eine Erzähllücke, ganz klar. Die drei ungleichen Charaktere,
die sich zusammenraufen und eine Art Freundschaft oder gar Pakt eingehen
... recht dürftig.

Doch wenn die Lacher und die Traurigkeit so nahe nebeneinander gehen, muss
einfach etwas Gutes dabei herauskommen. Und meiner Meinung nach ist es das
auch. Zwischen F*tze, Drecksau und Arschloch, einer Magersüchtigen, der bei
Bedarf gesagt wird, wie fett sie schon wieder aussieht und einem Tourette -
Patienten, der simuliert, auf der Toilette des Zwangsneurotikers doch
tatsächlich (!!!) (mit überzeugender Geräuschkulisse) einen abzuseilen,
kann ich diesen herzerwärmenden und oft todtraurigen Film weiterempfehlen.

Ich hoffe, dass sich dieser Film nach oben mausert, denn eine Hauptfigur,
die einen Tourette - Syndrom Patienten beinhalten, verdient auch
einmal Aufmerksamkeit. Also lassen wir F*tze mal F*tze sein.

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Kommentare

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Daniel am :

Hey, ich fand den Film klasse und kann deine Empfehlung nur unterstreichen. LG Daniel P.S. Hab gerade mein Haken für dich bei der Superblog-Wahl gesetzt. TeuTeuTeu

Julia am :

Ich habe mir den Film anngeguckt ohne viel davon gehört zu haben. Der Film hat mich dennoch überrascht. Er war gut inszeniert und man hat mit den Hauptpersonen mitgefiebert. Guter Film.

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